Nachruf

Wir trauern um unser ehemaliges geschäftsführendes Vorstandsmitglied

(1944 – 2026)

Rudolf Kraus

Mehr als ein halbes Jahrhundert war Rudolf Kraus dem Haus der Jugend e.V. in Frankfurt am Main eng verbunden. Seit 1972, zunächst nebenamtlich und ab 1998 hauptamtlich, stellte er sein großes Wissen, seine Erfahrung und seine Kraft in den Dienst unseres Hauses. Mit Weitsicht, Mut und Verantwortungsbewusstsein führte er das Haus der Jugend auch durch schwierige Zeiten – während umfangreicher Bauphasen ebenso wie durch die Corona-Pandemie.

Er war zudem ein starkes Bindeglied zwischen dem Haus der Jugend und der Frankfurter Stadtpolitik. Seinem persönlichen Einsatz ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Bildungsstätte Anne Frank in unserer Liegenschaft in der Hansaallee ihre Arbeit aufnehmen und dauerhaft Heimat finden konnte.

Mit Rudolf Kraus verlieren wir einen Menschen, der unser Haus über Jahrzehnte geprägt und mit großer Leidenschaft begleitet hat. Wir verlieren einen engagierten Mitstreiter, einen geschätzten Kollegen und einen Freund. Wir werden ihm ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und bei allen Menschen, die ihm nahestanden und ihn bis zuletzt begleitet haben.

Elke Voitl
Aufsichtsratsvorsitzende

Friederike Ekol
Vorständin

Rudolf Kraus, Geschäftsführer Haus der Jugend von 2008 bis 2025

Im Juni 1998 wird das Hausleitungsehepaar Maria und Gottfried Mohs nach 28 Jahren vom Jugenddezernenten und Vereinsvorsitzenden Joachim Vandreike feierlich im Haus der Jugend verabschiedet. Als neue Leitungsperson wird Rudolf Kraus vorgestellt, der langjähriger Mitarbeiter des Frankfurter Jugendamtes und bis 1998 Leiter des Sozialrathauses Gallus war. Bereits seit 1972 war er nebenamtlich, insbesondere für finanzielle Fragen, auch für das Haus der Jugend tätig, seit 1993 als nebenamtlicher Geschäftsführer. Ab 1. Juli 1998 wird er neuer hauptamtlicher Geschäftsführer des Vereins und zugleich Hausleiter im Haus der Jugend. Von 2007 bis 2025 ist er Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins. In seine Zeit fallen viele Entscheidungen, die das Haus der Jugend zu stabilisiert und zukunftsfest gemacht haben.

Dazu gehört die Entwicklung eines Konzepts für das erste Haus der Jugend nachdem es wieder frei wird und Mieter*innen gesucht werden. Rudolf Kraus engagiert sich besonders dafür, dass die Bildungsstätte Anne Frank dort eine dauerhafte Bleibe findet. Auch die Modernisierungen und Erweiterungen des Hauses am Deutschherrnufer werden mit Herzblut von ihm begleitet. Nicht zuletzt geht die Bewältigung der Corona-Pandemie, in der zeitweise die regulären Buchungen komplett ausfallen, auch auf seine Ideen zurück. Zusammen mit der Geschäftsführerin, Dr. Claudia Müller, wird in dieser Zeit Wohnraum für sozial benachteiligte Familien geschaffen.

Symbol einer neuen Zeit
100 Jahre Haus der Jugend e.v.

Publikation lesen